Tschernobylhilfe geht weiter

Caritasverband in Mayen unterstützte „Sonne für Kinder von

Tschernobyl“ über viele Jahre

30.7.2018 | Seit 1990 hilft die „Sonne für Kinder von Tschernobyl“ Kindern, die von der Atomkatastrophe in Weißrussland im Jahr 1986 betroffen sind. Wenn Karla Aurich aus Langscheid von den Anfängen ihrer Initiative erzählt, unter welch abenteuerlichen Umständen sie die ersten Kinder nach Deutschland brachte, kommt sie ins Schwärmen. Ihre buchreifen Schilderungen sind bunt, kurios und spannend. Karla Aurich (Dritte von rechts) sowie (von links) Dr. Carsten René und Olga Beul danken (Mitte) Werner Steffens und (von rechts) Bernd Schäfer und Marianne Bertram für die langjährige Unterstützung. | Foto: E.T. Müller Dann aber wird die Initiatorin der „Sonne für Kinder von Tschernobyl“ traurig und nachdenklich, wenn sie von den Schädigungen und Krebserkrankungen bei Neu- geborenen und heranwachsenden Kindern spricht. Diese sind immer noch so hoch wie in den ersten Jahren nach der Atomkatastrophe. Und es folgt ihr leidenschaft- liches Plädoyer gegen die Atomkraft: „Man muss immer wieder sagen, dass die Atomenergie letztendlich nicht beherrschbar ist und kein Land über ein sicheres Endlager verfügt. Was hinterlassen wir den nachfolgenden Generationen? 70 Prozent des radioaktiven Niederschlages ist in Weißrussland niedergekommen.“ Die Folgen und das Leid tragen die Menschen insbesondere die Kinder. Auch die heute geborenen Kinder, die es 32 Jahre nach der Katastrophe freilich nicht mehr in die Schlagzeilen schaffen. Cäsium und Strontium haben eben eine höhere Halbwertzeit als unsere Erinnerung. Bei Plutonium sind es 24.400 Jahre. Viele Gastfamilien nahmen in den Jahren über 800 krebskranke Kinder für ein paar Wochen auf, gaben ihnen Mut, Kraft und Freude. Die „Kindererholung“ steht heute nicht mehr im Fokus der „Sonne für Kinder von Tschernobyl“. Dafür versucht die „Sonne“ verstärkt mit dringend benötigten Medikamenten zu helfen. Dank vieler Spender konnten in den Jahren im Land ein Kindergarten für krebskranke Kinder, ein Sanatorium für „Mutter und Kind“ gebaut und eine Etage in einem Sanatorium ausschließlich für Jugendliche ausgebaut werden. Karla Aurich freut sich nun, dass sie nach 28 Jahren die Privat-Initiative „Sonne für Kinder von Tschernobyl“ in jüngere Hände legen kann. Wirtschaftsprüfer Dr. Carsten René Beul und seine Frau Olga werden die Arbeit der „Sonne“ fortsetzen, allerdings nicht mehr als eine private Initiative sondern als „Sonne für Kinder von Tschernobyl-Stiftung“. Karla Aurich wird weiterhin im Vorstand tätig sein. „Relativ häufig kommt ein Notruf, von dem Krebszentrum in Minsk, dass wieder wichtige Medikamente fehlen. Antivirale Mittel sind sehr teuer“, weiß Dr. Carsten René Beul, der ebenfalls das Hilfsnetzwerk von Ärzten, Apothekern und Firmen mit viel kreativer Fantasie weiter ausbaut. Und er berichtete von dem beglückenden und gleichzeitig auch bedrückenden Moment, als er zum ersten Mal ein Medikament nach Weißrussland brachte: „Dann steht man da vor der Glas- scheibe und die Kinder können nur über ein Telefon mit einem sprechen. Da dachte ich: Was für ein Glück, dass ich hier nicht mit leeren Händen stehe.“ Seit Gründung der Initiative im Jahr 1990 kümmerte sich die Verwaltung des Caritasverbands Rhein-Mosel-Ahr e.V. in Mayen um die Buchführung, stellte unzählige Spendenquittungen aus und hatte die komplette Verwaltung übernommen, eine Aufgabe, die mit der Umwandlung in eine eigenständige Stiftung abgegeben wird. Caritas-Mitarbeiterin Marianne Bertram und die unvergessene Maria Linsel waren von Anfang an dabei, ebenso in den letzten Jahren Caritas-Mitarbeiter Bernd Schäfer in seiner Funktion als Verwaltungsleiter. Karla Aurich dankte allen Caritas-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Caritas- Geschäftsführer Werner Steffens für die 28jährige „sehr gute und sehr großzügige Zusammenarbeit. Danke, dass sie das alles nebenbei bewältigt haben. Das braucht den guten Willen der Leitung und von den Mitarbeitern.“ Zum Dank hatte Karla Aurich von ihrer letzten Reise nach Weißrussland eine bunte Schachtel mit Schokoladen mitgebracht – viel zu schade zum Aufessen – und eine mit besonderer Fertigkeit in Belarus kunstvoll gestaltete Strohblume, die nicht welken kann, ein Zeichen fester Freundschaft. Werner Steffens bedankte sich persönlich und im Namen seiner Mitarbeiter: „Wir haben das gerne gemacht. Sie haben uns eine Teilhabe ermöglicht. Das wird uns fehlen.“ Die Katastrophe von Tschernobyl ist vergessen, doch das Leid, vor allem der jungen Menschen, geht weiter. Jede Spende hilft: „Sonne für Kinder von Tschernobyl-Stiftung“ bei der Sparkasse Neuwied DE 80 5745 0120 0000 1001 23 Homepage www.sonne-fuer-kinder-von-tschernobyl.de

Tschernobylhilfe geht weiter

Caritasverband in Mayen

unterstützte „Sonne für Kinder

von Tschernobyl“ über viele

Jahre

30.7.2018 | Seit 1990 hilft die „Sonne für Kinder von Tschernobyl“ Kindern, die von der Atomkatastrophe in Weißrussland im Jahr 1986 betroffen sind. Wenn Karla Aurich aus Langscheid von den Anfängen ihrer Initiative erzählt, unter welch abenteuerlichen Umständen sie die ersten Kinder nach Deutschland brachte, kommt sie ins Schwärmen. Ihre buchreifen Schilderungen sind bunt, kurios und spannend. Karla Aurich (Dritte von rechts) sowie (von links) Dr. Carsten René und Olga Beul danken (Mitte) Werner Steffens und (von rechts) Bernd Schäfer und Marianne Bertram für die langjährige Unterstützung. | Foto: E.T. Müller Dann aber wird die Initiatorin der „Sonne für Kinder von Tschernobyl“ traurig und nach- denklich, wenn sie von den Schädigungen und Krebserkrankungen bei Neugeborenen und heranwachsenden Kindern spricht. Diese sind immer noch so hoch wie in den ersten Jahren nach der Atomkatastrophe. Und es folgt ihr leidenschaftliches Plädoyer gegen die Atomkraft: „Man muss immer wieder sagen, dass die Atomenergie letztendlich nicht beherrschbar ist und kein Land über ein sicheres Endlager verfügt. Was hinterlassen wir den nachfolgenden Generationen? 70 Prozent des radioaktiven Niederschlages ist in Weißrussland niedergekommen.“ Die Folgen und das Leid tragen die Menschen insbesondere die Kinder. Auch die heute geborenen Kinder, die es 32 Jahre nach der Katastrophe freilich nicht mehr in die Schlagzeilen schaffen. Cäsium und Strontium haben eben eine höhere Halbwertzeit als unsere Erinnerung. Bei Plutonium sind es 24.400 Jahre. Viele Gastfamilien nahmen in den Jahren über 800 krebskranke Kinder für ein paar Wochen auf, gaben ihnen Mut, Kraft und Freude. Die „Kindererholung“ steht heute nicht mehr im Fokus der „Sonne für Kinder von Tschernobyl“. Dafür versucht die „Sonne“ verstärkt mit dringend benötigten Medikamenten zu helfen. Dank vieler Spender konnten in den Jahren im Land ein Kindergarten für krebskranke Kinder, ein Sanatorium für „Mutter und Kind“ gebaut und eine Etage in einem Sanatorium ausschließlich für Jugendliche ausgebaut werden. Karla Aurich freut sich nun, dass sie nach 28 Jahren die Privat-Initiative „Sonne für Kinder von Tschernobyl“ in jüngere Hände legen kann. Wirtschaftsprüfer Dr. Carsten René Beul und seine Frau Olga werden die Arbeit der „Sonne“ fortsetzen, allerdings nicht mehr als eine private Initiative sondern als „Sonne für Kinder von Tschernobyl-Stiftung“. Karla Aurich wird weiterhin im Vorstand tätig sein. „Relativ häufig kommt ein Notruf, von dem Krebszentrum in Minsk, dass wieder wichtige Medikamente fehlen. Antivirale Mittel sind sehr teuer“, weiß Dr. Carsten René Beul, der ebenfalls das Hilfsnetzwerk von Ärzten, Apothekern und Firmen mit viel kreativer Fantasie weiter ausbaut. Und er berichtete von dem beglückenden und gleichzeitig auch bedrückenden Moment, als er zum ersten Mal ein Medikament nach Weißrussland brachte: „Dann steht man da vor der Glas- scheibe und die Kinder können nur über ein Telefon mit einem sprechen. Da dachte ich: Was für ein Glück, dass ich hier nicht mit leeren Händen stehe.“ Seit Gründung der Initiative im Jahr 1990 kümmerte sich die Verwaltung des Caritasverbands Rhein-Mosel-Ahr e.V. in Mayen um die Buchführung, stellte unzählige Spendenquittungen aus und hatte die komplette Verwaltung übernommen, eine Aufgabe, die mit der Umwandlung in eine eigenständige Stiftung abgegeben wird. Caritas-Mitarbeiterin Marianne Bertram und die unvergessene Maria Linsel waren von Anfang an dabei, ebenso in den letzten Jahren Caritas-Mitarbeiter Bernd Schäfer in seiner Funktion als Verwaltungsleiter. Karla Aurich dankte allen Caritas-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Caritas- Geschäftsführer Werner Steffens für die 28jährige „sehr gute und sehr großzügige Zusammenarbeit. Danke, dass sie das alles nebenbei bewältigt haben. Das braucht den guten Willen der Leitung und von den Mitarbeitern.“ Zum Dank hatte Karla Aurich von ihrer letzten Reise nach Weißrussland eine bunte Schachtel mit Schokoladen mitgebracht – viel zu schade zum Aufessen – und eine mit besonderer Fertigkeit in Belarus kunstvoll gestaltete Strohblume, die nicht welken kann, ein Zeichen fester Freundschaft. Werner Steffens bedankte sich persönlich und im Namen seiner Mitarbeiter: „Wir haben das gerne gemacht. Sie haben uns eine Teilhabe ermöglicht. Das wird uns fehlen.“ Die Katastrophe von Tschernobyl ist vergessen, doch das Leid, vor allem der jungen Menschen, geht weiter. Jede Spende hilft: „Sonne für Kinder von Tschernobyl-Stiftung“ bei der Sparkasse Neuwied DE 80 5745 0120 0000 1001 23 Homepage www.sonne-fuer-kinder-von-tschernobyl.de