„Neue Wohnformen entdecken“

mit Dr. Henning Scherf

Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr beklagt zu wenig

bezahlbaren Wohnraum

23.9.2019 | Zum Thema „Neue Wohnformen“ hatten Kirche und Kommune nach Weißenthurm eingeladen. Denn älteren Paaren stellt sich irgendwann die Frage, ob und wie man in der eigenen Wohnung weiterleben soll, sind die Kinder aus dem Haus. Auch der Tod des Partners verändert das Leben, sind etwa die Arbeiten im Garten nicht mehr zu bewältigen. Einsamkeit kann ebenso zum Problem werden. Unter dem Motto „Formen des Wohnens entdecken – Gemeinsam profitieren“ suchte der Abend nach Lösungsmöglichkeiten. Mit Dr. Henning Scherf, Bürger- meister a.D. der Stadt Bremen, konnte ein kompetenter Referent gewonnen werden, der mit viel Freude seine langjährigen Erfahrungen mit der Mehr- generationen-Wohngemeinschaft schilderte, wo der 81Jährige seit 30 Jahren lebt. Für ihn war die Einsamkeit in einem großen Haus das Schlimmste. „Wenn man sich rechtzeitig umschaut, kann man die drohende Einsamkeit vermeiden“. Man müsse nur den ersten Schritt machen und „Leute finden, die bereit sind, so unter einem Dach zu leben“, ermunterte Scherf seine Zuhörer. So hatten es auch die Mitglieder des Vereins „Gemeinschaftlich Wohnen Neuwied“ gemacht. „Wenn Menschen das wollen, schafft man es“, berichtet Hildegard Luttenberger. Jedoch dauerte es elf Jahre, bis die Idee umgesetzt werden konnte. „Wir möchten Menschen ermuntern, sich auf den Weg zu machen und Wohn- projekte zu realisieren“, erklärt sie. Das Haus im Stadtteil Heddesdorf umfasst 15 Mietwohnungen. In einer Gemeinschaftswohnung finden gemeinsame Aktivitäten wie Gymnastik oder Spielenachmittage statt, die von den Bewohnern selbst initiiert und organisiert werden. Auch der vor 16 Jahren gegründete „Wohnhof Kastellaun“ hat sich bewährt. „Wir sind ein Haufen von Individualisten, aber der Wohnhof ist eine gemeinschaftsgeformte Sache“, erzählte Dieter Ney. Jeder wohnt in einem eigenen Haus. Hof, Heizung und Tiefgarage werden geteilt. Dabei ist es auch möglich im eigenen Haus zu bleiben und trotzdem nicht allein zu sein, wie das Projekt „Wohnen für Hilfe Koblenz“ zeigt. Theodore Wenzel hat bereits zum vierten Mal einen Studenten in ihrem Haus aufgenommen. Diese zahlen keine Miete, aber helfen bei der Pflege des Gartens oder im Haushalt. Michael Rams, Dechant des Dekanats Andernach-Bassenheim, findet es nahe- liegend, dass sich auch kirchliche Institutionen mit dem Thema beschäftigen: „Solche Projekte führen Menschen zusammen, und das ist die Aufgabe der Kirche, die Not der Menschen zu erkennen.“ Auch die Caritasverbände setzen sich seit Jahren für das Thema „Wohnungsnot“ ein. Margret Marxen-Ney, Dienststellen- leiterin des Caritasverbands Rhein-Mosel-Ahr in Andernach, sieht im bezahlbarer Wohnraum ein Problem: „Viele Menschen, die zu uns kommen, leben in Häusern mit schlechter Bausubstanz. Ältere zuhause haben ein Problem mit der Einsamkeit. In jedem Fall sind kreative Ideen gefragt, von denen wir heute einige gehört haben.“ Bezahlbaren Wohnraum schaffen will Weißenthurm Verbandsbürgermeister Thomas Przybylla. Leerstände müssten behoben, innovative Wohnformen geschaffen und neue Baugebiete entwickelt werden. Pryzybylla plädierte dafür, Ältere und Jüngere zusammenzuführen. Berit Herger von der Landes- beratungsstelle „Neues Wohnen“ Rheinland-Pfalz zeigte auf, dass viele unterschiedliche Professionen bei solch einem Wohnprojekt zusammenkommen. Die Landesberatungsstelle kann hier als Vermittler und Begleiter dienen. Der Abend wurde veranstaltet vom Dekanat Andernach-Bassenheim mit der Fach- konferenz „Integration“, den Caritasverbänden Koblenz und Rhein-Mosel-Ahr und der Katholischen Erwachsenenbildung Koblenz sowie vom Quartiersmanagement und der Verbandsgemeindeverwaltung Weißenthurm. Weitere Informationen: Dekanatsbüro Andernach-Bassenheim Telefon: 02632 30979-0

„Neue Wohnformen entdecken“

mit Dr. Henning Scherf

Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr

beklagt zu wenig bezahlbaren

Wohnraum

23.9.2019 | Zum Thema „Neue Wohnformen“ hatten Kirche und Kommune nach Weißenthurm eingeladen. Denn älteren Paaren stellt sich irgendwann die Frage, ob und wie man in der eigenen Wohnung weiterleben soll, sind die Kinder aus dem Haus. Auch der Tod des Partners verändert das Leben, sind etwa die Arbeiten im Garten nicht mehr zu bewältigen. Einsamkeit kann ebenso zum Problem werden. Unter dem Motto „Formen des Wohnens entdecken – Gemeinsam profitieren“ suchte der Abend nach Lösungsmöglichkeiten. Mit Dr. Henning Scherf, Bürgermeister a.D. der Stadt Bremen, konnte ein kompetenter Referent gewonnen werden, der mit viel Freude seine langjährigen Erfahrungen mit der Mehrgenerationen-Wohngemeinschaft schilderte, wo der 81Jährige seit 30 Jahren lebt. Für ihn war die Einsamkeit in einem großen Haus das Schlimmste. „Wenn man sich rechtzeitig umschaut, kann man die drohende Einsamkeit vermeiden“. Man müsse nur den ersten Schritt machen und „Leute finden, die bereit sind, so unter einem Dach zu leben“, ermunterte Scherf seine Zuhörer. So hatten es auch die Mitglieder des Vereins „Gemeinschaftlich Wohnen Neuwied“ gemacht. „Wenn Menschen das wollen, schafft man es“, berichtet Hildegard Luttenberger. Jedoch dauerte es elf Jahre, bis die Idee umgesetzt werden konnte. „Wir möchten Menschen ermuntern, sich auf den Weg zu machen und Wohnprojekte zu realisieren“, erklärt sie. Das Haus im Stadtteil Heddesdorf umfasst 15 Mietwohnungen. In einer Gemeinschaftswohnung finden gemeinsame Aktivitäten wie Gymnastik oder Spielenachmittage statt, die von den Bewohnern selbst initiiert und organisiert werden. Auch der vor 16 Jahren gegründete „Wohnhof Kastellaun“ hat sich bewährt. „Wir sind ein Haufen von Individualisten, aber der Wohnhof ist eine gemeinschaftsgeformte Sache“, erzählte Dieter Ney. Jeder wohnt in einem eigenen Haus. Hof, Heizung und Tiefgarage werden geteilt. Dabei ist es auch möglich im eigenen Haus zu bleiben und trotzdem nicht allein zu sein, wie das Projekt „Wohnen für Hilfe Koblenz“ zeigt. Theodore Wenzel hat bereits zum vierten Mal einen Studenten in ihrem Haus aufgenommen. Diese zahlen keine Miete, aber helfen bei der Pflege des Gartens oder im Haushalt. Michael Rams, Dechant des Dekanats Andernach-Bassenheim, findet es nahe- liegend, dass sich auch kirchliche Institutionen mit dem Thema beschäftigen: „Solche Projekte führen Menschen zusammen, und das ist die Aufgabe der Kirche, die Not der Menschen zu erkennen.“ Auch die Caritasverbände setzen sich seit Jahren für das Thema „Wohnungsnot“ ein. Margret Marxen-Ney, Dienststellenleiterin des Caritasverbands Rhein-Mosel-Ahr in Andernach, sieht im bezahlbarer Wohnraum ein Problem: „Viele Menschen, die zu uns kommen, leben in Häusern mit schlechter Bausubstanz. Ältere zuhause haben ein Problem mit der Einsamkeit. In jedem Fall sind kreative Ideen gefragt, von denen wir heute einige gehört haben.“ Bezahlbaren Wohnraum schaffen will Weißenthurm Verbandsbürgermeister Thomas Przybylla. Leerstände müssten behoben, innovative Wohnformen geschaffen und neue Baugebiete entwickelt werden. Pryzybylla plädierte dafür, Ältere und Jüngere zusammenzuführen. Berit Herger von der Landesberatungsstelle „Neues Wohnen“ Rheinland-Pfalz zeigte auf, dass viele unterschiedliche Professionen bei solch einem Wohnprojekt zusammenkommen. Die Landesberatungsstelle kann hier als Vermittler und Begleiter dienen. Der Abend wurde veranstaltet vom Dekanat Andernach-Bassenheim mit der Fach- konferenz „Integration“, den Caritas- verbänden Koblenz und Rhein-Mosel-Ahr und der Katholischen Erwachsenenbildung Koblenz sowie vom Quartiersmanagement und der Verbandsgemeindeverwaltung Weißenthurm. Weitere Informationen: Dekanatsbüro Andernach-Bassenheim Telefon: 02632 30979-0