Unaussprechliches zu Papier gebracht

Kinder, Jugendliche und Erwachsene präsentieren ihre Bilder

im Mehrgenerationenhaus Mayen

31.1.2020 | Noch nie waren so viele Menschen zu einer Ausstellungseröffnung ins Caritas-Mehrgenerationenhaus St. Matthias nach Mayen gekommen. So konnte Caritas-Mitarbeiter Bernhard Gödert in Vertretung von Caritas-Geschäftsführer Werner Steffens im bis auf den letzten Platz besetzten Café CaTI eine große Anzahl an Gästen begrüßen. Auf dem Foto (von links): Pfarrer Ingo Schrooten, Bernhard Gödert, Markus Göpfert, Doris Rauch und Andrea Feld eröffnen die Ausstellung im vollbesetzten Café CaTI. | Foto: E.T. Müller Gödert verwies auf die gezeigten Arbeiten der Therapeutischen Kinder- und Jugend- gruppe im Fachdienst Migration und vom Projekt „Willkommen in Deutschland“, das von der Fachstelle Frühe Hilfen im Landkreis Mayen-Koblenz seit 2018 angeboten wird. „Sie erfahren hier etwas über unsere Arbeit“, betonte Bernhard Gödert, da die Bilder in den Fachdiensten und mit deren Unterstützung entstanden sind. Und er begrüßte Iwona Engers, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt vom Jobcenter Andernach, die in Vertretung von Sonja Weiler vom Jobcenter Mayen gekommen war. Bernhard Gödert dankte auch den beiden Kuratorinnen Rosemarie Wengert und Hannelore Schmitt, die diese Ausstellung ehrenamtlich begleitet haben sowie Doris Rauch, die alle Reden an dem Abend ins Arabische übersetzte. Doris Rauch ist es auch zu verdanken, dass zu den Bildern die erlebten Geschichten als Texte gezeigt werden können. Pfarrer Ingo Schrooten von der Evangelischen Kirchengemeinde Maifeld, diese ist mit dem Caritasverband Träger der Fachstelle Frühe Hilfen, betonte, dass in dieser Ausstellung verschiedene Religionen zusammenarbeiten. Und diese Religionen verbindet der Glaube an die Verheißungen Gottes. Wer mit dieser Gewissheit in die Welt blicke, werde aber auch erkennen, was nicht in Ordnung ist, so Pfarrer Schrooten: „Wenn Menschen flüchten, ist die Welt nicht in Ordnung.“ Glauben wir aber das versprochene Wort, „haben wir eine Gegenenergie und sind in der Lage, Farben zu sehen. Schön, dass wir diese Ausstellung zeigen können!“ Markus Göpfert, Fachdienstleiter des Caritas-Migrationsdienstes, dankte Kunst- therapeutin Julia Schengel, Mayen, und Andrea Feld, Maifeld, die das Malprojekt beim Migrationsdienst in Mayen und bei der Fachstelle Frühe Hilfen in Polch begleitet haben. Vor allem dankte Markus Göpfert den Frauen und Kindern, die mit ihren Bildern diese Ausstellung ermöglicht haben. Unter dem Motto „Mit Farbe und Pinsel erzähle ich meine Geschichte“ entstanden die Bilder, „denn jeder Mensch ist ein Mensch mit einer Geschichte und einer Zukunft“, erklärte Andrea Feld. Und diese Geschichten sind im Mehrgenerationenhaus in Mayen zu sehen. Ein Bild erzählt die Fluchtgeschichte aus Syrien über die Türkei, Griechenland und Berlin bis nach Trier. Das Bild „Afghanistan – mein Land – wir möchten Freiheit“ zeigt Kriegshandlungen. Dabei auch ein Soldat, der in einer Sprechblase ruft: „Ich töte Euch!“ Zu einem weiteren Bild erklärt eine Lehrerin, weshalb sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern aus der Türkei fliehen musste. Eine andere Frau kommentiert, dass sie eine tschetschenische Landschaft gemalt hat und wie die Familie nach langer Flucht hier in der Eifel herzlich aufgenommen wurde. Vom Tod der Mutter, wie sie von der Stiefmutter zur Prostitution freigeben wurde und von ihrer Flucht berichtet eine Frau aus Nigeria. Ihr Bild zeigt eine kleine Person, die auf einem breiten, schwarzen Untergrund steht. Darüber sind weniger dunkle Farben gezeichnet und zwei hoffnungsvolle grüne Linien, die einen Weg in die Zukunft an- deuten. Hoffnungszeichen sind auch die mit Gold und Silber beklebten Regenbogenfische. Wichtig sei es, den Teilnehmern freie Hand zu lassen, erklärte Kunsttherapeutin Julia Schengel: „Ich vergleiche Malen mit einem Spaziergang. Manchmal kommen traurige Gedanken und wir finden einen Weg. Das Wichtigste, was wir hinterlassen, sind Fußspuren. Besonders hat mich gefreut, dass Kinder, die traurig in die Gruppe reinkamen, ganz glücklich wieder rausgekommen sind.“ Bis zum 15. April 2020 kann die berührende und auch politische Ausstellung im Caritas-Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen, St.-Veit-Straße 14, während der Öffnungszeiten besucht werden. Wer mehr wissen möchte: Emad Girgis Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. Mehrgenerationenhaus St. Matthias Telefon: 02651 – 98 69-184 girgis-e@caritas-mayen.de
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Kinder, Jugendliche und

Erwachsene präsentieren ihre

Bilder im Mehrgenerationen-

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31.1.2020 | Noch nie waren so viele Menschen zu einer Ausstellungseröffnung ins Caritas-Mehrgenerationenhaus St. Matthias nach Mayen gekommen. So konnte Caritas-Mitarbeiter Bernhard Gödert in Vertretung von Caritas-Geschäftsführer Werner Steffens im bis auf den letzten Platz besetzten Café CaTI eine große Anzahl an Gästen begrüßen. Auf dem Foto (von links): Pfarrer Ingo Schrooten, Bernhard Gödert, Markus Göpfert, Doris Rauch und Andrea Feld eröffnen die Ausstellung im vollbesetzten Café CaTI. | Foto: E.T. Müller Gödert verwies auf die gezeigten Arbeiten der Therapeutischen Kinder- und Jugend- gruppe im Fachdienst Migration und vom Projekt „Willkommen in Deutschland“, das von der Fachstelle Frühe Hilfen im Landkreis Mayen-Koblenz seit 2018 angeboten wird. „Sie erfahren hier etwas über unsere Arbeit“, betonte Bernhard Gödert, da die Bilder in den Fachdiensten und mit deren Unterstützung entstanden sind. Und er begrüßte Iwona Engers, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt vom Jobcenter Andernach, die in Vertretung von Sonja Weiler vom Jobcenter Mayen gekommen war. Bernhard Gödert dankte auch den beiden Kuratorinnen Rosemarie Wengert und Hannelore Schmitt, die diese Ausstellung ehrenamtlich begleitet haben sowie Doris Rauch, die alle Reden an dem Abend ins Arabische übersetzte. Doris Rauch ist es auch zu verdanken, dass zu den Bildern die erlebten Geschichten als Texte gezeigt werden können. Pfarrer Ingo Schrooten von der Evangelischen Kirchengemeinde Maifeld, diese ist mit dem Caritasverband Träger der Fachstelle Frühe Hilfen, betonte, dass in dieser Ausstellung verschiedene Religionen zusammenarbeiten. Und diese Religionen verbindet der Glaube an die Verheißungen Gottes. Wer mit dieser Gewissheit in die Welt blicke, werde aber auch erkennen, was nicht in Ordnung ist, so Pfarrer Schrooten: „Wenn Menschen flüchten, ist die Welt nicht in Ordnung.“ Glauben wir aber das ver- sprochene Wort, „haben wir eine Gegen- energie und sind in der Lage, Farben zu sehen. Schön, dass wir diese Ausstellung zeigen können!“ Markus Göpfert, Fachdienstleiter des Caritas- Migrationsdienstes, dankte Kunsttherapeutin Julia Schengel, Mayen, und Andrea Feld, Maifeld, die das Malprojekt beim Migrations- dienst in Mayen und bei der Fachstelle Frühe Hilfen in Polch begleitet haben. Vor allem dankte Markus Göpfert den Frauen und Kindern, die mit ihren Bildern diese Aus- stellung ermöglicht haben. Unter dem Motto „Mit Farbe und Pinsel erzähle ich meine Geschichte“ entstanden die Bilder, „denn jeder Mensch ist ein Mensch mit einer Geschichte und einer Zukunft“, erklärte Andrea Feld. Und diese Geschichten sind im Mehrgenerationenhaus in Mayen zu sehen. Ein Bild erzählt die Fluchtgeschichte aus Syrien über die Türkei, Griechenland und Berlin bis nach Trier. Das Bild „Afghanistan – mein Land – wir möchten Freiheit“ zeigt Kriegshandlungen. Dabei auch ein Soldat, der in einer Sprechblase ruft: „Ich töte Euch!“ Zu einem weiteren Bild erklärt eine Lehrerin, weshalb sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern aus der Türkei fliehen musste. Eine andere Frau kommentiert, dass sie eine tschetschenische Landschaft gemalt hat und wie die Familie nach langer Flucht hier in der Eifel herzlich aufgenommen wurde. Vom Tod der Mutter, wie sie von der Stiefmutter zur Prostitution freigeben wurde und von ihrer Flucht berichtet eine Frau aus Nigeria. Ihr Bild zeigt eine kleine Person, die auf einem breiten, schwarzen Untergrund steht. Darüber sind weniger dunkle Farben gezeichnet und zwei hoffnungsvolle grüne Linien, die einen Weg in die Zukunft an- deuten. Hoffnungszeichen sind auch die mit Gold und Silber beklebten Regenbogen- fische. Wichtig sei es, den Teilnehmern freie Hand zu lassen, erklärte Kunsttherapeutin Julia Schengel: „Ich vergleiche Malen mit einem Spaziergang. Manchmal kommen traurige Gedanken und wir finden einen Weg. Das Wichtigste, was wir hinterlassen, sind Fußspuren. Besonders hat mich gefreut, dass Kinder, die traurig in die Gruppe reinkamen, ganz glücklich wieder raus- gekommen sind.“ Bis zum 15. April 2020 kann die berührende und auch politische Ausstellung im Caritas- Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen, St.-Veit-Straße 14, während der Öffnungszeiten besucht werden. Wer mehr wissen möchte: Emad Girgis Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. Mehrgenerationenhaus St. Matthias Telefon: 02651 – 98 69-184 girgis-e@caritas-mayen.de