Integrationschancen junger

Zugewanderter erhöhen

Caritas-Jugendmigrationsdienst präsentiert

Jahresbericht_2019

11.2.2020 | Der Jugendmigrationsdienst (JMD) im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. unterstützt junge Menschen mit Migrationshintergrund von 12 bis 26 Jahren und erfüllt damit die Zielvorgabe der Initiative JUGEND STÄRKEN des BMFSFJ, nämlich Integrationschancen zu erhöhen und für mehr Chancengerechtigkeit und Partizipation zu sorgen. Gleichzeitig beraten und unterstützen die Mitarbeiterinnen des JMD auch Ehrenamtliche und Multiplikatoren, also Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Schulen, Vereinen, Verbänden, Kirchengemeinden und Institutionen, wenn es um migrationsspezifische Fragen geht. Auf dem Foto (von links): Franziska Marin, Ania Sikkes, Ruth Fischer und Sonja Lauterbach vom Jugend- migrationsdienst (JMD) im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. sind auch in Zeiten der Corona-Pandemie ansprechbar. Beratungen finden telefonisch, über Videochats und zu bestimmten Anliegen nach Termin- vereinbarung auch persönlich statt. | Foto: Caritas Jetzt hat der JMD Rhein-Mosel-Ahr seinen Jahresbericht 2019 vorgestellt. Mit Mayen, dem Kreis Ahrweiler und den Verbandsgemeinden Maifeld, Mendig und Vordereifel betreut der JMD ein flächenmäßig großes und teilweise dünn besiedeltes Gebiet, das kaum Infrastruktur und wenig öffentlichen Personennahverkehr aufweist. Die Arbeit im ländlichen Raum verlangt einen dezentralen Ansatz. So bieten die Mitarbeiterinnen neben der Präsenz in der JMD-Zentrale – dem Caritas- Mehrgenerationenhaus St..Matthias in Mayen – regelmäßig Sprechzeiten in Ahrweiler, Adenau, Bad Breisig, Bad Neuenahr und in Sinzig an. 10.222 Kilometer mussten die Mitarbeiterinnen für ihre Angebote fahren. Die Anzahl der Klientinnen und Klienten ist auch in 2019 leicht gesunken, liegt aber immer noch fast doppelt so hoch wie vor dem Jahr 2015. Zu den Vorjahren geändert hat sich, dass nur knapp die Hälfte der ratsuchenden Personen weniger als drei Jahre in Deutschland lebt. Beim anderen Teil handelt es sich oft um alleinstehende Männer, die trotz längeren Aufenthalts mit migrationsspezifischen Fragen und Problemen zu kämpfen haben. Viele sind Ende 2015 nach Deutschland gekommen, zu einem Zeitpunkt, als es noch nicht ausreichend Maßnahmen und Sprachkurse gab und auch die relevanten Akteure und Berater improvisieren mussten, um der großen Anzahl an neuzugewanderten Flüchtlingen zu begegnen. 85 Prozent der vom JMD betreuten Personen weisen einen Fluchthintergrund auf (391 Menschen), einige davon leiden unter einer posttraumatischen Belastungs- störung. Im vergangenen Jahr erreichten die JMDlerinnen 461 junge Menschen aus 39 verschiedenen Ländern, wobei 41 Prozent weiblich und 59 Prozent männlich waren. 191 Personen kommen aus Syrien, 79 aus Afghanistan, 36 aus Somalia und 35 Personen aus Eritrea. Vermehrt suchten Menschen, die schon länger in Deutsch- land leben, Rat beim JMD, darunter einige, die innerhalb von Deutschland umgezogen sind. Aufgrund der nun wieder rückläufigen Zuwanderung gab es im vergangenen Jahr nur drei Jugendintegrationskurse im Einzugsgebiet des JMD, und zwar im Kreis Ahrweiler. Ania Sikkes: „Junge Frauen auf der Suche nach einem Integrationskurs mit Kinderbetreuung hatten kein Glück, denn trotz der Anstrengung vieler Akteure gibt es diese Kurse bei uns noch nicht und auch dem Rechtsanspruch auf Kinder- betreuung in Kitas oder durch Tagesmütter können die Kommunen nicht nachkommen.“ 27 Ehrenamtliche und eine Praktikantin haben die Arbeit der JMDlerinnen 2019 unterstützt. 26 Gruppenangebote gab es in 2019, zu denen u.a. die Begleitung von Jugend- integrationskursen und von BVJ-Sprache-Klassen, interkulturelle Trainings, Vorträge und Referate gehörten. Das Recht auf einen Schulabschluss sollte für alle, unabhängig von Aufenthalts- status und Alter, gelten, so das Fazit von Ruth Fischer, Sonja Lauterbach, Franziska Marin und Ania Sikkes in ihrem Jahresbericht. Ebenso sollte eine muttersprachliche Prüfung eingeführt werden, wenn ein im Herkunftsland erworbenes Schulzeugnis nicht herbeigebracht werden kann. Diese und weitere Forderungen dienen dem Ziel, die Integrationschancen junger Zugewanderter zu erhöhen. Den kostenlosen Jahresbericht gibt es als Download auf der Caritas-Homepage: migration.caritas-rhein-mosel-ahr.de

Integrationschancen junger

Zugewanderter erhöhen

Caritas-Jugendmigrationsdienst

präsentiert Jahresbericht_2019

11.2.2020 | Der Jugendmigrationsdienst (JMD) im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. unterstützt junge Menschen mit Migrationshintergrund von 12 bis 26 Jahren und erfüllt damit die Zielvorgabe der Initiative JUGEND STÄRKEN des BMFSFJ, nämlich Integrationschancen zu erhöhen und für mehr Chancengerechtigkeit und Partizipation zu sorgen. Gleichzeitig beraten und unterstützen die Mitarbeiterinnen des JMD auch Ehrenamtliche und Multiplikatoren, also Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Schulen, Vereinen, Verbänden, Kirchengemeinden und Institutionen, wenn es um migrationsspezifische Fragen geht. Auf dem Foto (von links): Franziska Marin, Ania Sikkes, Ruth Fischer und Sonja Lauterbach vom Jugend- migrationsdienst (JMD) im Caritasverband Rhein-Mosel- Ahr e.V. sind auch in Zeiten der Corona-Pandemie ansprechbar. Beratungen finden telefonisch, über Videochats und zu bestimmten Anliegen nach Termin- vereinbarung auch persönlich statt. | Foto: Caritas Jetzt hat der JMD Rhein-Mosel-Ahr seinen Jahresbericht 2019 vorgestellt. Mit Mayen, dem Kreis Ahrweiler und den Verbands- gemeinden Maifeld, Mendig und Vordereifel betreut der JMD ein flächenmäßig großes und teilweise dünn besiedeltes Gebiet, das kaum Infrastruktur und wenig öffentlichen Personennahverkehr aufweist. Die Arbeit im ländlichen Raum verlangt einen dezentralen Ansatz. So bieten die Mitarbeiterinnen neben der Präsenz in der JMD-Zentrale – dem Caritas-Mehrgenerationenhaus St..Matthias in Mayen – regelmäßig Sprechzeiten in Ahrweiler, Adenau, Bad Breisig, Bad Neuenahr und in Sinzig an. 10.222 Kilometer mussten die Mitarbeiterinnen für ihre Angebote fahren. Die Anzahl der Klientinnen und Klienten ist auch in 2019 leicht gesunken, liegt aber immer noch fast doppelt so hoch wie vor dem Jahr 2015. Zu den Vorjahren geändert hat sich, dass nur knapp die Hälfte der ratsuchenden Personen weniger als drei Jahre in Deutschland lebt. Beim anderen Teil handelt es sich oft um alleinstehende Männer, die trotz längeren Aufenthalts mit migrationsspezifischen Fragen und Problemen zu kämpfen haben. Viele sind Ende 2015 nach Deutschland gekommen, zu einem Zeitpunkt, als es noch nicht ausreichend Maßnahmen und Sprachkurse gab und auch die relevanten Akteure und Berater improvisieren mussten, um der großen Anzahl an neuzugewanderten Flüchtlingen zu begegnen. 85 Prozent der vom JMD betreuten Personen weisen einen Fluchthintergrund auf (391 Menschen), einige davon leiden unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Im vergangenen Jahr erreichten die JMDlerinnen 461 junge Menschen aus 39 verschiedenen Ländern, wobei 41 Prozent weiblich und 59 Prozent männlich waren. 191 Personen kommen aus Syrien, 79 aus Afghanistan, 36 aus Somalia und 35 Personen aus Eritrea. Vermehrt suchten Menschen, die schon länger in Deutschland leben, Rat beim JMD, darunter einige, die innerhalb von Deutschland umgezogen sind. Aufgrund der nun wieder rückläufigen Zuwanderung gab es im vergangenen Jahr nur drei Jugendintegrationskurse im Einzugsgebiet des JMD, und zwar im Kreis Ahrweiler. Ania Sikkes: „Junge Frauen auf der Suche nach einem Integrationskurs mit Kinderbetreuung hatten kein Glück, denn trotz der Anstrengung vieler Akteure gibt es diese Kurse bei uns noch nicht und auch dem Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung in Kitas oder durch Tagesmütter können die Kommunen nicht nachkommen.“ 27 Ehrenamtliche und eine Praktikantin haben die Arbeit der JMDlerinnen 2019 unterstützt. 26 Gruppenangebote gab es in 2019, zu denen u.a. die Begleitung von Jugend- integrationskursen und von BVJ-Sprache- Klassen, interkulturelle Trainings, Vorträge und Referate gehörten. Das Recht auf einen Schulabschluss sollte für alle, unabhängig von Aufenthaltsstatus und Alter, gelten, so das Fazit von Ruth Fischer, Sonja Lauterbach, Franziska Marin und Ania Sikkes in ihrem Jahresbericht. Ebenso sollte eine muttersprachliche Prüfung eingeführt werden, wenn ein im Herkunftsland erworbenes Schulzeugnis nicht herbei- gebracht werden kann. Diese und weitere Forderungen dienen dem Ziel, die Integrationschancen junger Zugewanderter zu erhöhen. Den kostenlosen Jahresbericht gibt es als Download auf der Caritas-Homepage: migration.caritas-rhein-mosel-ahr.de