„Fest verankert in Deutschland –

wichtiges Etappenziel erreicht“

Online-Austausch von Caritas-Fachdienst Migration und

Politik über Erreichtes und dringende Aufgaben

13.7.2021 | Mit der Corona-Krise ist die Lage zugewanderter Menschen gesell- schaftlich aus dem Blick geraten. Doch gerade diese Menschen sind ohne Kurse und Arbeit von den Corona-Folgen besonders betroffen. Es gibt viel zu tun für den Caritas-Fachdienst Migration mit seinem Jugendmigrationsdienst (JMD), der MBE – Migrationsberatung für Erwachsene Zuwanderer und IN TERRA – dem Psycho- sozialen Zentrum für Flüchtlinge (PSZ). In einer Online-Videokonferenz zum Aktionstag der bundesgeförderten Migrations- dienste im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. suchten die Caritas-Mitarbeiterin- nen Ruth Fischer (JMD), Hannah Knopp (PSZ), Sonja Lauterbach (JMD), Eva Pestemer (MBE) und Ania Sikkes (JMD) den Austausch mit der Politik, einer Einladung, der Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil (CDU) und die Bundestagskandidaten Christoph Schmitt (SPD) und Martin Schmitt (Grüne) gerne folgten. Nach der Begrüßung durch Christoph Schmitz, Vorsitzender des Caritasverbands, und Caritas-Geschäftsführer Werner Steffen ging es gleich in die Thematik von Zugewanderten. In ihrer Arbeit sind die Caritas-Mitarbeiterinnen „Wegbegleiterin- nen“, „Ansprechpartnerinnen“, „Unterstützerinnen“, „Brückenbauerinnen“ und „Mutmacherinnen“ für alle, die sich orientieren. Im Kurzfilm „Fest verankert in Deutschland – wichtiges Etappenziel erreicht“, in dem Eva Pestemer einige Statements von Migranten, Geflüchteten und einer Ehrenamtlichen zusammen- gestellt hat, berichten diese vom Erreichten und von ihren Wünschen und Zielen: Abitur, Ausbildung, Einbürgerung, Studium und vor allem von einem Leben in Sicherheit und Freiheit. „Hilfe habe ich bei der Caritas bekommen“ sagt eine Heiratsmigrantin. „Therapie machte ich bei Frau Knopp“, erzählte ein junger Mann und eine andere sagte im Film: „Es gab immer wieder Menschen, die mir Beistand geleistet haben, die Caritas und eine gute Freundin.“ Ehrenamtliche waren auf die professionelle Unterstützung der Caritas angewiesen, betonte Gertrud Kohlhaas vom Netzwerk Flüchtlingshilfe im Raum Mayen. Martin Schmitt von den Grünen gab der Film „ein Stück Hoffnung“. Mechthild Heil: „Aber es gibt auch die anderen, die unsere Gesellschaft ausspuckt“, ohne Sprach- kurse und Perspektiven, „das macht mich traurig.“ Dabei gibt es viele Gründe, so Markus Göpfert (Fachdienstleiter), weshalb diese Menschen nicht Fuß fassen: „Das kann zum Beispiel, ein sich über Jahre hinschleppendes Asylverfahren sein. Viele bringen einen Rucksack voll Leid mit.“ Oft fallen Zugewanderte durch alle Maschen und werden dem Fachdienst nicht gemeldet, so Sonja Lauterbach. Für Markus Göpfert ist die zeitnahe Integration das A und O: „Die Strukturen müssen früh greifen“ und Belastungen früh erkannt werden, ergänzte Hannah Knopp. Ein Problem sind fehlende Gelder für Sprachmittler, denn ohne professionelle Sprachmittler können keine Gespräche, keine Therapien und keine Arztbesuche stattfinden. Vielen fehlt auch das Geld für eine Fahrkarte zum Sprachkurs. Ruth Fischer: „Die Menschen müssen eine Perspektive haben.“ Die Familien- zusammenführung müsse erleichtert werden, fordert Experte und Sprachmittler Nigervan Sleman. Fehlende Belege von Abschlüssen sind ein weiteres Problem, konnten diese auf der Flucht nicht mitgenommen werden. Eine schrittweise Prüfung in Modulen bei den Kammern oder der ADD wäre eine vorstellbare Lösung. Auch die Möglichkeit zum Schulabschluss bis zum 25. Lebensjahr sollte es geben. Familienzusammenfühung sollte über das 18. Lebensjahr hinaus möglich sein. „Anders als in Deutschland, kann eine junge Frau in vielen Ländern nicht alleine, ohne Familie zurückgelassen werden“, erläuterte Xhejlane Musliji, die als Expertin und Ehrenamtliche des JMD zugeschaltet war. „Es ist notwendig, die Bürokratie abzubauen und Mittel zur Verfügung zu stellen“, resümierte Christoph Schmitt (SPD) nach dem zweistündigen Gespräch. Viele Baustellen also, die in Angriff genommen werden müssen, denn ohne „Verankerung“ durch die Aussicht auf einen festen Aufenthaltsstatuts findet Integration erschwert statt. In diesem Sinne richtete Willi Mayer, Referent für Migration und Integration vom Diözesancaritasverband, einen Appell an die Politik, „dass es die Dienste in Mayen und Ahrweiler weiterhin gibt.“ Es braucht finanzielle Mittel, damit die Arbeit weitergehen und nach Möglichkeit erweitert werden kann.

„Fest verankert in Deutschland –

wichtiges Etappenziel erreicht“

Online-Austausch von Caritas-

Fachdienst Migration und Politik

über Erreichtes und dringende

Aufgaben

13.7.2021 | Mit der Corona-Krise ist die Lage zugewanderter Menschen gesellschaftlich aus dem Blick geraten. Doch gerade diese Menschen sind ohne Kurse und Arbeit von den Corona-Folgen besonders betroffen. Es gibt viel zu tun für den Caritas-Fachdienst Migration mit seinem Jugendmigrationsdienst (JMD), der MBE – Migrationsberatung für Erwachsene Zuwanderer und IN TERRA – dem Psycho- sozialen Zentrum für Flüchtlinge (PSZ). In einer Online-Videokonferenz zum Aktions- tag der bundesgeförderten Migrations- dienste im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. suchten die Caritas-Mitarbeiterinnen Ruth Fischer (JMD), Hannah Knopp (PSZ), Sonja Lauterbach (JMD), Eva Pestemer (MBE) und Ania Sikkes (JMD) den Austausch mit der Politik, einer Einladung, der Bundestags- abgeordnete Mechthild Heil (CDU) und die Bundestagskandidaten Christoph Schmitt (SPD) und Martin Schmitt (Grüne) gerne folgten. Nach der Begrüßung durch Christoph Schmitz, Vorsitzender des Caritasverbands, und Caritas-Geschäftsführer Werner Steffen ging es gleich in die Thematik von Zugewanderten. In ihrer Arbeit sind die Caritas-Mitarbeiterinnen „Wegbegleiterin- nen“, „Ansprechpartnerinnen“, „Unter- stützerinnen“, „Brückenbauerinnen“ und „Mutmacherinnen“ für alle, die sich orientieren. Im Kurzfilm „Fest verankert in Deutschland – wichtiges Etappenziel erreicht“, in dem Eva Pestemer einige Statements von Migranten, Geflüchteten und einer Ehrenamtlichen zusammengestellt hat, berichten diese vom Erreichten und von ihren Wünschen und Zielen: Abitur, Ausbildung, Einbürgerung, Studium und vor allem von einem Leben in Sicherheit und Freiheit. „Hilfe habe ich bei der Caritas bekommen“ sagt eine Heiratsmigrantin. „Therapie machte ich bei Frau Knopp“, erzählte ein junger Mann und eine andere sagte im Film: „Es gab immer wieder Menschen, die mir Beistand geleistet haben, die Caritas und eine gute Freundin.“ Ehrenamtliche waren auf die professionelle Unterstützung der Caritas angewiesen, betonte Gertrud Kohlhaas vom Netzwerk Flüchtlingshilfe im Raum Mayen. Martin Schmitt von den Grünen gab der Film „ein Stück Hoffnung“. Mechthild Heil: „Aber es gibt auch die anderen, die unsere Gesellschaft ausspuckt“, ohne Sprachkurse und Perspektiven, „das macht mich traurig.“ Dabei gibt es viele Gründe, so Markus Göpfert (Fachdienstleiter), weshalb diese Menschen nicht Fuß fassen: „Das kann zum Beispiel, ein sich über Jahre hinschleppendes Asylverfahren sein. Viele bringen einen Rucksack voll Leid mit.“ Oft fallen Zugewanderte durch alle Maschen und werden dem Fachdienst nicht gemeldet, so Sonja Lauterbach. Für Markus Göpfert ist die zeitnahe Integration das A und O: „Die Strukturen müssen früh greifen“ und Belastungen früh erkannt werden, ergänzte Hannah Knopp. Ein Problem sind fehlende Gelder für Sprachmittler, denn ohne professionelle Sprachmittler können keine Gespräche, keine Therapien und keine Arztbesuche stattfinden. Vielen fehlt auch das Geld für eine Fahrkarte zum Sprachkurs. Ruth Fischer: „Die Menschen müssen eine Perspektive haben.“ Die Familien- zusammenführung müsse erleichtert werden, fordert Experte und Sprachmittler Nigervan Sleman. Fehlende Belege von Abschlüssen sind ein weiteres Problem, konnten diese auf der Flucht nicht mitgenommen werden. Eine schrittweise Prüfung in Modulen bei den Kammern oder der ADD wäre eine vorstellbare Lösung. Auch die Möglichkeit zum Schulabschluss bis zum 25. Lebensjahr sollte es geben. Familien- zusammenfühung sollte über das 18. Lebensjahr hinaus möglich sein. „Anders als in Deutschland, kann eine junge Frau in vielen Ländern nicht alleine, ohne Familie zurückgelassen werden“, erläuterte Xhejlane Musliji, die als Expertin und Ehrenamtliche des JMD zugeschaltet war. „Es ist notwendig, die Bürokratie abzubauen und Mittel zur Verfügung zu stellen“, resümierte Christoph Schmitt (SPD) nach dem zweistündigen Gespräch. Viele Baustellen also, die in Angriff genommen werden müssen, denn ohne „Verankerung“ durch die Aussicht auf einen festen Aufenthaltsstatuts findet Integration erschwert statt. In diesem Sinne richtete Willi Mayer, Referent für Migration und Integration vom Diözesancaritasverband, einen Appell an die Politik, „dass es die Dienste in Mayen und Ahrweiler weiterhin gibt.“ Es braucht finanzielle Mittel, damit die Arbeit weitergehen und nach Möglichkeit erweitert werden kann.