Informieren, motivieren und beraten

Zwischenbilanz der mobilen Caritas-Familienbüros im Raum

Mayen und Andernach

24.9.2021 | „Wir informieren, motivieren und beraten“, fasst Projektleiterin Dr. Martina Messan zusammen. Die Stabsreferentin für Sozialpolitik im Diözesan- Caritasverband Trier begleitet das vor einem Jahr gestartete Projekt der mobilen Caritas-Familienbüros, die in Mayen und Andernach sowie in den Verbands- gemeinden Pellenz, Maifeld, Vordereifel und Mendig unterwegs sind. Weitere Caritas-Familienbüros gibt es im Hunsrück und im Saarland. Zum Foto (von links): Margot Kürsten, Margret Marxen-Ney, Caritas-Geschäftsführer Werner Steffens und Dr. Martina Messan standen beim Pressegespräch im Bischof-Bernhard-Stein-Haus in Andernach Rede und Antwort. | Foto: E.T. Müller Der zunächst auf zwei Jahre angelegten Initiative ging eine Untersuchung voraus, die zeigt, dass nur 35 Prozent der berechtigen Leistungen wie Kinderzuschlag oder Wohngeld von betroffenen Familien in Anspruch genommen werden. Die mobilen Familienbüros sind seit September 2020 unterwegs und konnten trotz der Corona- Pandemie unter Auflagen weitergeführt werden. „Viele Familien in prekären materiellen Verhältnissen sind von den Anforderungen des Alltags schon erschöpft und erleben das Antragsverfahren als so kompliziert, dass sie irgendwann aufgeben“, berichtet Messan. Andere Familien, die in ver- deckter Armut leben, schämten sich, die Anträge überhaupt zu stellen oder gehen davon aus, dass sie nicht leistungsberechtigt sind, da sie in Vollzeit arbeiten – das ergab die wissenschaftliche Befragung und Auswertung zur Halbzeitbilanz. Als ein Beispiel nannte die Beraterin im Familienbüro in der Pellenz und Andernach, Margret Marxen-Ney, exemplarisch eine Familie mit einem acht Monate alten Kind: „Sie zahlen 800 Euro Miete und müssen momentan von einem Nettogehalt von 2000 Euro leben. Das Elterngeld läuft bald aus. Beide Elternteile sind gut aus- gebildet. Sie wussten aber trotzdem nicht, dass ihnen zum Beispiel Wohngeld zustehen könnte.“ Die Beraterin unterstützte die Familie daraufhin beim Ausfüllen der Anträge, was auch für Muttersprachler nicht immer einfach und selbsterklärend sei. Sehr oft suchten im ersten Jahr auch Migrantenfamilien die Familienbüros auf, da sie sprachlich nicht mit den Anforderungen zurechtkommen, lauten die Rück- meldungen aus der Befragung von Beraterinnen. Die Bilanz der ersten wissen- schaftlichen Auswertung lautet, die Familienbüros als eigene Beratungseinrichtung zu verstetigen und eine dauerhafte Finanzierung zu sichern. Im ersten Jahr fanden im Raum Mayen/Andernach/Pellenz fast 200 Beratungsgespräche statt; im Rhein- Hunsrück-Kreis, wo der Schwerpunkt momentan auf der Multiplikatorenarbeit liegt, mehr als 50. Die Caritas-Mitarbeiterinnen beraten in ihren Büros im Caritas- Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen sowie im Bischof-Bernhard-Stein- Haus in Andernach, wo auch das Pressegespräch stattfand. Auch in der Fläche sind die Beraterinnen unterwegs und beraten etwa in der Verbandsgemeindeverwaltung Pellenz oder in Elterncafés der Fachstelle Frühe Hilfen des Landkreises Mayen- Koblenz. Die Kontakte zu Kitas, Schulen und Behörden sollen in der Nach-Corona- Zeit intensiviert werden. Die Beraterinnen suchen weiterhin Menschen vor Ort auf, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Kontakt zu den Caritas-Familienbüros: Margot Kürsten Familienbüro für Mayen und Umgebung Tel. 0170 — 63 405 63 caritas-mayen.de/familienbuero.htm Margret Marxen-Ney Familienbüro für die Pellenz und Andernach Tel. 02632 — 25 02-35 caritas-andernach.de/familienbuero.htm

Informieren, motivieren und

beraten

Zwischenbilanz der mobilen

Caritas-Familienbüros im Raum

Mayen und Andernach

24.9.2021 | „Wir informieren, motivieren und beraten“, fasst Projektleiterin Dr. Martina Messan zusammen. Die Stabsreferentin für Sozialpolitik im Diözesan-Caritasverband Trier begleitet das vor einem Jahr gestartete Projekt der mobilen Caritas-Familienbüros, die in Mayen und Andernach sowie in den Verbandsgemeinden Pellenz, Maifeld, Vordereifel und Mendig unterwegs sind. Weitere Caritas-Familienbüros gibt es im Hunsrück und im Saarland. Zum Foto (von links): Margot Kürsten, Margret Marxen- Ney, Caritas-Geschäftsführer Werner Steffens und Dr. Martina Messan standen beim Pressegespräch im Bischof-Bernhard-Stein-Haus in Andernach Rede und Antwort. | Foto: E.T. Müller Der zunächst auf zwei Jahre angelegten Initiative ging eine Untersuchung voraus, die zeigt, dass nur 35 Prozent der berechtigen Leistungen wie Kinderzuschlag oder Wohngeld von betroffenen Familien in Anspruch genommen werden. Die mobilen Familienbüros sind seit September 2020 unterwegs und konnten trotz der Corona- Pandemie unter Auflagen weitergeführt werden. „Viele Familien in prekären materiellen Verhältnissen sind von den Anforderungen des Alltags schon erschöpft und erleben das Antragsverfahren als so kompliziert, dass sie irgendwann aufgeben“, berichtet Messan. Andere Familien, die in verdeckter Armut leben, schämten sich, die Anträge überhaupt zu stellen oder gehen davon aus, dass sie nicht leistungsberechtigt sind, da sie in Vollzeit arbeiten – das ergab die wissen- schaftliche Befragung und Auswertung zur Halbzeitbilanz. Als ein Beispiel nannte die Beraterin im Familienbüro in der Pellenz und Andernach, Margret Marxen-Ney, exemplarisch eine Familie mit einem acht Monate alten Kind: „Sie zahlen 800 Euro Miete und müssen momentan von einem Nettogehalt von 2000 Euro leben. Das Elterngeld läuft bald aus. Beide Elternteile sind gut ausgebildet. Sie wussten aber trotzdem nicht, dass ihnen zum Beispiel Wohngeld zustehen könnte.“ Die Beraterin unterstützte die Familie daraufhin beim Ausfüllen der Anträge, was auch für Muttersprachler nicht immer einfach und selbsterklärend sei. Sehr oft suchten im ersten Jahr auch Migrantenfamilien die Familienbüros auf, da sie sprachlich nicht mit den Anforderungen zurechtkommen, lauten die Rückmeldungen aus der Befragung von Beraterinnen. Die Bilanz der ersten wissenschaftlichen Auswertung lautet, die Familienbüros als eigene Beratungseinrichtung zu verstetigen und eine dauerhafte Finanzierung zu sichern. Im ersten Jahr fanden im Raum Mayen/Andernach/Pellenz fast 200 Beratungsgespräche statt; im Rhein- Hunsrück-Kreis, wo der Schwerpunkt momentan auf der Multiplikatorenarbeit liegt, mehr als 50. Die Caritas- Mitarbeiterinnen beraten in ihren Büros im Caritas-Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen sowie im Bischof-Bernhard-Stein- Haus in Andernach, wo auch das Presse- gespräch stattfand. Auch in der Fläche sind die Beraterinnen unterwegs und beraten etwa in der Verbandsgemeindeverwaltung Pellenz oder in Elterncafés der Fachstelle Frühe Hilfen des Landkreises Mayen- Koblenz. Die Kontakte zu Kitas, Schulen und Behörden sollen in der Nach-Corona-Zeit intensiviert werden. Die Beraterinnen suchen weiterhin Menschen vor Ort auf, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Kontakt zu den Caritas-Familienbüros: Margot Kürsten Familienbüro für Mayen und Umgebung Tel. 0170 — 63 405 63 caritas-mayen.de/familienbuero.htm Margret Marxen-Ney Familienbüro für die Pellenz und Andernach Tel. 02632 — 25 02-35 caritas-andernach.de/familienbuero.htm