Kindergruppe „Helianthi“ in Andernach

gegründet

Kinder aus sucht- und/oder psychisch belasteten Familien

finden in Andernach Hilfe

20.10.2021 | Mit der Kindergruppe Lapislazuli und der Jugendgruppe Palisander hat der Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. Angebote geschaffen, in denen Heran- wachsende, deren Eltern sucht- und/oder psychisch belastet sind, bereits seit fünf Jahren Unterstützung und Entlastung erfahren. Die Treffen finden einmal wöchent- lich statt. Dort gibt es Gelegenheit, gemeinsam Spaß zu haben, traurig zu sein und über die Erkrankung der Eltern zu sprechen. Aufgrund des bisher einzigen Standort in Mayen sind die Gruppen für Kinder aus Mayen und Umgebung, jedoch nicht so gut für Kinder aus Andernach und aus der Pellenz zu erreichen. Für (von links) Lisa Scharrenbach vom Haus der Familie, Caritas-Dienststellenleiterin Margret Marxen-Ney, Caritas-Mitarbeiterin Carina Klee, FBS-Leiterin Stefanie Lange und Caritas-Mitarbeiterin Natalie Pauls ist es wichtig, dass mit der Kindergruppe „Helianthi“ auch Kinder aus Andernach und aus der Pellenz Unter- stützung erfahren. | Foto: E.T. Müller Mit der im Haus der Familie in Andernach vom Caritasverband in Kooperation mit dem Amt für Jugend und Soziales Andernach und der Kath. Familienbildungsstätte Andernach frisch gegründeten Kindergruppe „Helianthi“ soll das anders werden. Im Haus der Familie in Andernach wurde diesen Monat die neue Kindergruppe für 6- bis 12Jährige aus Andernach und der Pellenz vorgestellt. Für Lisa Scharrenbach vom Haus der Familie ein wichtiger Schritt in die Zukunft, wie sie in ihrer Begrüßung betonte. Der Gruppenname „Helianthi“ ist die lateinische Bezeichnung für Sonnen- blumen. Wie Sonnenblumen, die sich am Lauf der Sonne ausrichten, sollen die Kinder in Andernach Kraft und Leben schöpfen. Suchterkrankte und/oder psychisch belastete Eltern nehmen ihre Aufgaben oft nicht wahr, sodass diese von ihren Kindern übernommen werden. Diese sind damit oftmals überfordert, werden unglücklich und können Schuldgefühle entwickeln. Erschwerend kommt hinzu, dass in den Familien nicht offen über die Sucht- oder psychische Erkrankung der Eltern gesprochen wird, verdeutlichte Caritas-Mitarbeiterin Carina Klee die Situation in einem starken Bild: „Können Sie sich vorstellen wie es wäre, wenn bei Ihnen ein Elch im Wohnzimmer steht? Vermutlich würde er zu viel Platz einnehmen, jede Menge Zeug kaputt machen und Sie würden es wahrscheinlich nicht lange mit ihm Zuhause aushalten ohne wütend, verzweifelt oder ängstlich zu werden. (vgl. NACOA Deutschland e.V.) In sucht- und/oder psychisch belasteten Familien wohnt oft solch ein Elch. Der Elch steht hier für ein Familiengeheimnis, über welches nicht gesprochen werden darf. In unserer Gesellschaft sind die Sucht sowie psychische Erkrankungen nach wie vor ein Tabuthema und es gibt nur wenige Anlaufstellen für betroffene Kinder, bei denen sie lernen über den Elch zu sprechen.“ Das Problem betrifft alle gesellschaftlichen Schichten. Kinder aber, die Aufgaben ihrer Eltern übernehmen, „werden darin noch bestärkt“, so Caritas-Mitarbeiterin Natalie Pauls zur unguten Dynamik: „Oft bleiben die Kinder in ihrer überzogenen Selbstwirksamkeit haften und denken, die Situation in der Familie durch noch mehr Anstrengung ausgleichen zu können.“ In der Gruppe kann selbstwertsteigernd über all das gesprochen werden. Die Gruppentreffen und Ausflüge geben Raum, auch einmal Kind zu sein. Natalie Pauls: „Ich bin froh, dass wir jetzt in Andernach vertreten sind. Ein herzlicher Dank an Frau Scharrenbach.“ In einem von u.a. Caritas-Mitarbeiterin Maike Hiester produzierten Film wurde den Eröffnungsgästen auch das von den Kindern der Kindergruppe Lapislazuli getextete Lied „Ich habe so viel Fragezeichen in meinem Kopf“ vorgestellt. Es ist ein Lied mit vielen Fragen der Kinder, beispielsweise „Was ist nur bei uns zuhause los?“, „Bin ich vielleicht Schuld an der Situation?“, Fragen, die in den Gruppenstunden beantwortet werden. Am Mittwoch, 27. Oktober 2021, wird sich die Kindergruppe „Helianthi“ von 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr zum ersten Mal treffen. Anmeldung und Infos zur Kindergruppe „Helianthi“: Carina Klee | Caritasverband 0151 — 15 88 67 94 klee-c@caritas-mayen.de Lisa Scharrenbach | Haus der Familie 02632 — 92 23 50 lisa.scharrenbach@andernach.de

Kindergruppe „Helianthi“ in

Andernach gegründet

Kinder aus sucht- und/oder

psychisch belasteten Familien

finden in Andernach Hilfe

20.10.2021 | Mit der Kindergruppe Lapislazuli und der Jugendgruppe Palisander hat der Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. Angebote geschaffen, in denen Heran- wachsende, deren Eltern sucht- und/oder psychisch belastet sind, bereits seit fünf Jahren Unterstützung und Entlastung erfahren. Die Treffen finden einmal wöchent- lich statt. Dort gibt es Gelegenheit, gemeinsam Spaß zu haben, traurig zu sein und über die Erkrankung der Eltern zu sprechen. Aufgrund des bisher einzigen Standort in Mayen sind die Gruppen für Kinder aus Mayen und Umgebung, jedoch nicht so gut für Kinder aus Andernach und aus der Pellenz zu erreichen. Für (von links) Lisa Scharrenbach vom Haus der Familie, Caritas-Dienststellenleiterin Margret Marxen-Ney, Caritas- Mitarbeiterin Carina Klee, FBS-Leiterin Stefanie Lange und Caritas-Mitarbeiterin Natalie Pauls ist es wichtig, dass mit der Kindergruppe „Helianthi“ auch Kinder aus Andernach und aus der Pellenz Unterstützung erfahren. | Foto: E.T. Müller Mit der im Haus der Familie in Andernach vom Caritasverband in Kooperation mit dem Amt für Jugend und Soziales Andernach und der Kath. Familienbildungsstätte Andernach frisch gegründeten Kindergruppe „Helianthi“ soll das anders werden. Im Haus der Familie in Andernach wurde diesen Monat die neue Kindergruppe für 6- bis 12Jährige aus Andernach und der Pellenz vorgestellt. Für Lisa Scharrenbach vom Haus der Familie ein wichtiger Schritt in die Zukunft, wie sie in ihrer Begrüßung betonte. Der Gruppenname „Helianthi“ ist die lateinische Bezeichnung für Sonnenblumen. Wie Sonnenblumen, die sich am Lauf der Sonne ausrichten, sollen die Kinder in Andernach Kraft und Leben schöpfen. Suchterkrankte und/oder psychisch belastete Eltern nehmen ihre Aufgaben oft nicht wahr, sodass diese von ihren Kindern übernommen werden. Diese sind damit oftmals überfordert, werden unglücklich und können Schuldgefühle entwickeln. Erschwerend kommt hinzu, dass in den Familien nicht offen über die Sucht- oder psychische Erkrankung der Eltern gesprochen wird, verdeutlichte Caritas- Mitarbeiterin Carina Klee die Situation in einem starken Bild: „Können Sie sich vorstellen wie es wäre, wenn bei Ihnen ein Elch im Wohnzimmer steht? Vermutlich würde er zu viel Platz einnehmen, jede Menge Zeug kaputt machen und Sie würden es wahrscheinlich nicht lange mit ihm Zuhause aushalten ohne wütend, verzweifelt oder ängstlich zu werden. (vgl. NACOA Deutschland e.V.) In sucht- und/oder psychisch belasteten Familien wohnt oft solch ein Elch. Der Elch steht hier für ein Familiengeheimnis, über welches nicht gesprochen werden darf. In unserer Gesellschaft sind die Sucht sowie psychische Erkrankungen nach wie vor ein Tabuthema und es gibt nur wenige Anlaufstellen für betroffene Kinder, bei denen sie lernen über den Elch zu sprechen.“ Das Problem betrifft alle gesellschaftlichen Schichten. Kinder aber, die Aufgaben ihrer Eltern übernehmen, „werden darin noch bestärkt“, so Caritas-Mitarbeiterin Natalie Pauls zur unguten Dynamik: „Oft bleiben die Kinder in ihrer überzogenen Selbstwirksamkeit haften und denken, die Situation in der Familie durch noch mehr Anstrengung ausgleichen zu können.“ In der Gruppe kann selbstwert- steigernd über all das gesprochen werden. Die Gruppentreffen und Ausflüge geben Raum, auch einmal Kind zu sein. Natalie Pauls: „Ich bin froh, dass wir jetzt in Andernach vertreten sind. Ein herzlicher Dank an Frau Scharrenbach.“ In einem von u.a. Caritas-Mitarbeiterin Maike Hiester produzierten Film wurde den Eröffnungsgästen auch das von den Kindern der Kindergruppe Lapislazuli getextete Lied „Ich habe so viel Fragezeichen in meinem Kopf“ vorgestellt. Es ist ein Lied mit vielen Fragen der Kinder, beispielsweise „Was ist nur bei uns zuhause los?“, „Bin ich vielleicht Schuld an der Situation?“, Fragen, die in den Gruppenstunden beantwortet werden. Am Mittwoch, 27. Oktober 2021, wird sich die Kindergruppe „Helianthi“ von 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr zum ersten Mal treffen. Anmeldung und Infos zur Kindergruppe „Helianthi“: Carina Klee | Caritasverband 0151 — 15 88 67 94 klee-c@caritas-mayen.de Lisa Scharrenbach | Haus der Familie 02632 — 92 23 50 lisa.scharrenbach@andernach.de