Integrationskurs schickt

Zukunftswünsche in den Himmel

Junge Migranten berichten von ihren beruflichen Plänen

13.5.2022 | In Deutschland ankommen möchte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jugend- Integrationskurses, den die TARGET GmbH in Sinzig in Kooperation mit dem Jugendmigrations- dienst (jmd) des Caritasverbands Rhein-Mosel-Ahr durchführte. Trotz zahlreicher Hürden, die es zu überwinden galt, blicken die 17 bis 27 Jahre alten Teilnehmerinnen und Teilnehmer optimistisch in die Zukunft. Sie möchten Pilotin, Erzieher, Kinderärztin werden oder Politik studieren. Das Motto des diesjährigen Josefstags „Lebenszeichen – Jugend hat Perspektive“ trifft auf sie zu. Die Zugewanderten aus Afghanistan, Griechenland, Kasachstan, Kosovo, Libanon, Mexiko, Pakistan und Syrien sowie aus Ungarn berichten im Sinziger Pfarrheim sehr offen politischen und kirchlichen Vertretern von ihren Ideen. Am Ende des Kurses ließen die jungen Frauen und Männer ihre beruflichen und privaten Wünsche an bunten Luftballons in den Himmel steigen. | Foto: E.T. Müller Einen großen Einschnitt stellt für die jungen Erwachsenen die Pandemie dar: Fast sechs Monate lang musste der Sprachkurs pausieren. „Es hat sich alles verschoben“, erzählt Rola Jafer, die 2016 aus dem Libanon nach Deutschland gekommen war. Nicht nur die Unterbrechung, auch die Kinderbetreuung war mitunter ein Problem, weshalb sie sich für ihr späteres Politikstudium eine verlässlichere Kinderbetreuung wünscht. Alaa Hallak aus Syrien, die seit sechs Jahren mit ihrer siebenjährigen Tochter in Deutschland lebt, möchte sich zur Kosmetikerin oder Übersetzerin ausbilden lassen, während die 20-jährige Atta Raza Ullah aus Pakistan später im Beruf Armen und in Not Lebenden helfen will. Die 17 Frauen und Männer haben in ihrem Jugendsprachkurs etwa 900 Stunden Deutsch gepaukt und warten gerade auf die Ergebnisse ihrer B1-Prüfung. Das erworbene Zertifikat ist ein weiterer Schritt in ihre berufliche und gesellschaftliche Zukunft. Alaa, Atta, Rola und die anderen sind weiterhin voller Elan, und viele möchten weitere Sprachkurse anschließen. Darüber freut sich auch ihre Dozentin Irina Schäfer, denn die letzten Monate seien nicht einfach gewesen. „Es waren alle sehr verzweifelt. Erst kam die coronabedingte Pause und dann die Flut, die auch Schülerinnen und Schüler von uns betroffen hat.“ Jetzt geht der Kurs viel länger als vorgesehen; das durchkreuzt so manchen Ausbildungsstart und weitere berufliche Pläne. Umso schöner ist der positive Eindruck, den die jungen Menschen vermitteln: Alle blicken optimistisch aber auch realistisch in die Zukunft und werden kompetent durch TARGET und den JMD unterstützt. Und trotzdem kann ein bisschen Beistand von „oben“ nicht schaden. So wurden zum Abschluss die beruflichen, aber auch ganz privaten Wünsche mit Luftballons in den Himmel über Sinzig geschickt. Beim jmd werden junge Menschen im Alter von 12 bis 26 Jahren aus 65 Ländern von den Caritas- Mitarbeiterinnen Ruth Fischer und Ania Sikkes betreut, die kostenlose Beratung und Unterstützung geben, beispielsweise in aufenthaltsrechtlichen Fragen, in Krisensituationen oder zur Sprach- förderung. Der Josefstag ist eine Aktion der Initiative „Arbeit für alle“ des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Bischofskonferenz (afj) und der Bundes- arbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS). Der Heilige Josef, dessen Gedenktag am 19..März ist, ist Schutzpatron der Arbeiter und Jugendlichen.

Integrationskurs schickt

Zukunftswünsche in den

Himmel

Junge Migranten berichten von ihren

beruflichen Plänen

13.5.2022 | In Deutschland ankommen möchte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jugend-Integrationskurses, den die TARGET GmbH in Sinzig in Kooperation mit dem Jugendmigrationsdienst (jmd) des Caritas- verbands Rhein-Mosel-Ahr durchführte. Trotz zahlreicher Hürden, die es zu überwinden galt, blicken die 17 bis 27 Jahre alten Teilnehmer- innen und Teilnehmer optimistisch in die Zukunft. Sie möchten Pilotin, Erzieher, Kinder- ärztin werden oder Politik studieren. Das Motto des diesjährigen Josefstags „Lebenszeichen – Jugend hat Perspektive“ trifft auf sie zu. Die Zugewanderten aus Afghanistan, Griechen- land, Kasachstan, Kosovo, Libanon, Mexiko, Pakistan und Syrien sowie aus Ungarn berichten im Sinziger Pfarrheim sehr offen politischen und kirchlichen Vertretern von ihren Ideen. Am Ende des Kurses ließen die jungen Frauen und Männer ihre beruflichen und privaten Wünsche an bunten Luftballons in den Himmel steigen. | Foto: E.T. Müller Einen großen Einschnitt stellt für die jungen Erwachsenen die Pandemie dar: Fast sechs Monate lang musste der Sprachkurs pausieren. „Es hat sich alles verschoben“, erzählt Rola Jafer, die 2016 aus dem Libanon nach Deutschland gekommen war. Nicht nur die Unterbrechung, auch die Kinderbetreuung war mitunter ein Problem, weshalb sie sich für ihr späteres Politikstudium eine verlässlichere Kinderbetreuung wünscht. Alaa Hallak aus Syrien, die seit sechs Jahren mit ihrer siebenjährigen Tochter in Deutschland lebt, möchte sich zur Kosmetikerin oder Übersetzerin ausbilden lassen, während die 20-jährige Atta Raza Ullah aus Pakistan später im Beruf Armen und in Not Lebenden helfen will. Die 17 Frauen und Männer haben in ihrem Jugendsprachkurs etwa 900 Stunden Deutsch gepaukt und warten gerade auf die Ergebnisse ihrer B1-Prüfung. Das erworbene Zertifikat ist ein weiterer Schritt in ihre berufliche und gesellschaftliche Zukunft. Alaa, Atta, Rola und die anderen sind weiterhin voller Elan, und viele möchten weitere Sprach- kurse anschließen. Darüber freut sich auch ihre Dozentin Irina Schäfer, denn die letzten Monate seien nicht einfach gewesen. „Es waren alle sehr verzweifelt. Erst kam die coronabedingte Pause und dann die Flut, die auch Schüler- innen und Schüler von uns betroffen hat.“ Jetzt geht der Kurs viel länger als vorgesehen; das durchkreuzt so manchen Ausbildungsstart und weitere berufliche Pläne. Umso schöner ist der positive Eindruck, den die jungen Menschen vermitteln: Alle blicken optimistisch aber auch realistisch in die Zukunft und werden kompe- tent durch TARGET und den JMD unterstützt. Und trotzdem kann ein bisschen Beistand von „oben“ nicht schaden. So wurden zum Abschluss die beruflichen, aber auch ganz privaten Wünsche mit Luftballons in den Himmel über Sinzig geschickt. Beim jmd werden junge Menschen im Alter von 12 bis 26 Jahren aus 65 Ländern von den Caritas-Mitarbeiterinnen Ruth Fischer und Ania Sikkes betreut, die kostenlose Beratung und Unterstützung geben, beispielsweise in aufenthaltsrechtlichen Fragen, in Krisen- situationen oder zur Sprachförderung. Der Josefstag ist eine Aktion der Initiative „Arbeit für alle“ des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Bischofskonferenz (afj) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS). Der Heilige Josef, dessen Gedenktag am 19..März ist, ist Schutzpatron der Arbeiter und Jugendlichen.